Beiträge von Dr.Ulf Th.Zierau

    Moins


    schwer zu sagen ob es der Durchfall war…und der Flüssigkeitsverlust …aber das lange Sitzen auf einem Bürostuhl über 12 Stunden und eine völlig aus dem Rhythmus kommende Tageszeit kann in jedem Fall auch Auslöser sein - auf jeden Fall muss aber ein Duplex gemacht werden von tiefen und oberflächlichen Bein - und auch Beckenvenen und eine spezielle Bestimmung von Gerinnungsfaktoren ist dringend erforderlich - gab es in der Familie schon einmal eine Thrombose? Ich hatte in 2008 ebenfalls eine Knievenenthrombose mit Lungenembolie - damals ar ein heisser Sommer, viel Sport (Fahrrad) und sehr wenig adäquate Flüssigkeitszufuhr sicher ein Grund - ein anderer waren bereits bestehende Krampfadern, die auch schon mehrfach entzündet gewesen sind am li. Us - es sollte also auch eine Krampfaderdiagnostik erfolgen….Eliquis aber bitte maximal 3 Monate nehmen, sofern nicht genetische Faktoren vorliegen….und belastungsadaptiert Thromboseprophylaxe auf Langstreckenflügen > 4h und langen Bus / Autofahrten (Wintersport!)


    gruss


    dr. zierau

    ..das stimmt so nicht, der MDK ist eine durch die Krankenkassen bezahlte Einrichtung…hier wird so entschieden, wie der 1982 letztmalig aktualisierte Katalog der Krankenkassen es vorschreibt. Wir habe in 22 Jahren kein MDK - Gutachten gelesen, welches auch nur annähernd Zweifel am Katalog der KK gegeben hätte. Pro forma wird die KK dann den Entscheid des MDK annehmen. Sachliche, individuelle oder gar fachlich leitliniengerechte Gründe spielen keine Rolle.


    Ist leider so!


    gruss


    dr. zierau

    Moins…


    grundsätzlich gelten zunächt für Kassenpatienten beim Privatarzt die gleichen Abrechnungsziffern der Gebührenordnung - wir handhaben das allerdings so, das wir bei Selbstzahlern in der Untersuchung und der Diagnostik immer die normalen Steigerungssätze abrechnen, also 1,8 - 2,3 fach. Solle es aber zu besonderen Therapieverfahren kommen, ist ein vorheriger Kostenvoranschlag sinnvoll - eine Steigerung über den 3,5 fachen Satz hinaus halten wir aber in jedem Fall für nicht angebracht.


    gruss aus der Hauptstadt

    Hallo Dana… zunächst - ich weiss nicht, warum gerade und nahezu ausschließlich in Deutschland diese Auseinandersetzung so anhält..es gibt aber eine ganz einfache Erklärung - die Bezahlung. Sowohl über die KV im ambulanten Sektor, als auch in den Krankenhäusern über sogenannte Fallpauschalen wird das Stripping sehr gut vergütet. Der Katalog medizinischer Leistungen ist seit 1982 nicht aktualisiert worden im Bereich Krampfadern. Es gibt inzwischen einige Krankenkassen, die sog. Einzelverträge oder IV Verträge abgeschlossen haben mit einzelnen Ärzten oder Krankenhäusern - dann können neue Katheterverfahren auch abgerechnet werden. Der Haken dabei ist aber, dass dem Patienten quasi die Therapiewahlfreiheit und die Freiheit der Arztwahl genommen wird und dem Arzt die freie Therapiewahl - er wird das empfehlen, was bezahlt wird…Zum Stripping gibt es im Übrigen noch keine 30 Jahres - Studien…man hat erst 2012 überhaupt angefangen, dieses Op-Verfahren auch wissenschaftlich zu analysieren - als der Druck der Radiowelle, Laser und Kleberkatheter übermächtig wurde….die Ergebnisse sind hierbei ja bekanntlich recht eindeutig, auch wenn der eine oder ander Chefarzt da im Fernsehen ganz andere Dinge behauptet und uns die Redaktion des betroffenen Senders aus Hamburg dann auf schriftliche Anfrage nur schulterzuckend mitteilt, das wäre die Privatmeinung des Doktors…über das Kleben im Speziellen wird so viel Unfug von einigen Kollegen geschrieben, da möchte man dann doch andere Motive dahinter vermuten…in den USA wurde der Venenkleber 2015 zugelassen und 2018 zur Pflichtleistungen für die Versicherungen erklärt….gruss dr. zierau

    Hallo Mandy…nach meinen eigenen Erfahrungen ist 6 Monate nach der Thrombose ein Wechsel auf halbe Kompressionsstrümpfe möglich…diese sind dann perspektivisch auch nur belastungsadaptiert zu tragen (sitzende oder stehende Tätigkeit, Fliegen, lange Strecken Auto oder auch…Theaterbesuch! Es besteht per se ein erhöhtes Thromboserisiko, also neben ausreichend Flüssigkeit im Sommer ist auf jeden Fall eine Thromboseprophylaxe bei Reisen mit Flugzeug und Auto zu empfehlen..wir bevorzugen hier Arixtra 1x tgl, oder vor Hinflug und Rückflug, da gewichtsunabhängig und ohne HIT Gefahr….und unbedingt Venendiagnostik…Krampfadern??? diese wirken thrombosefördernd…Pille ohne Estrogen…Sport uneingeschränkt- auch hier ausreichend Flüssigkeit….bei geringsten Zeichen einer Venenentzündung sofort zum Facharzt!



    gruss Dr. Zierau

    PTS = post thrombotisches Syndrom ( Schwellung der Unterschenkel und Oberschenkel durch venösen Rückfluss in den tiefen Venen bei defekten Venenklappen. Ich hatte selbst 2008 Knie / Oberschenkelvenenthrombose mit einseitiger Lungenembolie…nach einer geringen Venenentzündung.

    zu den Fakten: Rauchen ist primär kein Problem für das Venensystem, allerdings über Jahre betrachtet tatsächlich nicht gut für die Arterien…Kompressionstherapie in den ersten 12 Monaten kontinuierlich, danach belastungsadaptiert - hier ist ein Wechsel zwischen medizinischen Kompressionstrümpfen Klasse 2 und 1 sinnvoll. Erhöhtes Re - Thromboserisiko durch Faktorenmangel - also bei hohen Venenbelastungen (langes Autofahren, Fliegen etc) auf jeden Fall Thromboseprophylaxe (arixtra etc)…unbedingt auf Krampfadern untersuchen lassen, diese müssen unbedingt saniert werden, da thrombosefördernd!..regelmäßige jährliche Kontrolle des Venenbefundes sicher ratsam - östrogenfreie antibabypille zu empfehlen….alle Sportarten möglich….im Büro empfehlen wir Reisestrümpfe….auch im Sommer! Aspirin hilft im Venensystem nicht! (siehe dazu meine Promotion an der Charitè 1988)


    gruss

    Jupp, Kompression ist ganz wichtig - noch wichtiger ist aber zunächst die Diagnostik - wenn Krampfadern vorliegen, ist ein Kompressionsstrumpf allein allenfalls eine symptomatische Therapie, er verändert in keiner Weise den Venenstatus und schiebt so die notwendige Therapie häufig hinaus - beispielhaft seien hier Patienten mit Offenen Beinen genannt - diese werden häufig mehrere Jahre mit täglichen Verbandwechseln und Kompressionstherapie malträtiert.


    gruss dr. zierau

    Liebe Griselda

    schauen Sie doch bitte einfach mal nach auf google, wann es die letzte Aktualisierung der Leitlinien zur Therapie von Krampfadern gab in Deutschland - DGP-Leitlinien - und dann schauen Sie bitte einmal nach den Leitlinie der ESVS (Europäische Gesellschaft für Gefäßchirurgie) und dann….schauen Sie sich bitte die FDA-Leitlinien an von 2015-2018 und nehmen Sie bitte die Deutsche Brille ab…auch im befreundeten Ausland wird gute Medizin gemacht und auch im Ausland mit Sanktionen ist man sehr interessiert….

    letztendlich werden leider auch in Deutschland oft Empfehlungen gegeben die nichts mit Medizin und Ethik, aber viel mit Profit, Fallpauschalen und Kostenerstattung oder Einzelverträgen zu tun haben.


    Wir bei Saphenion fühlen uns den Europäischen Leitlinien verpflichtet und bieten unseren Patienten mehrere Therapieverfahren an…jedoch sollte jeder Arzt bei seinen Aufklärungsgesprächen auch so ehrlich sein, das Verfahren, dass er selbst an sich ausführen lassen würde oder bei seinen Angehörigen - auch zu preferieren.


    Dazu gerne im persönlichen Gespräch mehr


    gruss dr.zierau

    Liebe Griselda - Sie haben insofern recht als, dass sich bei den klassischen Verfahren des radikalen Strippings, Lymphödeme deutlich verschlechtern können. Dies liegt an den Zerstörungen der bereits reduzierten Lymphgefäße - dies hat mein Kollegen Dr. Lahl berets in den 60er Jahren durch lymphografische Nachuntersuchungen nach Stripping-op eindrucksvoll bewiesen. Bei den endovenösen Verfahren sieht es dann schon anders aus. Die thermischen verfahren sind bis zum Kniegelenk recht sicher in der ANwendung und zeigen hier kaum nervale und lymphovasale Verletzungen - am Unterschenkel sieht es dann schon etwas anders aus. Deshalb sind thermische endovenöse Verfahren auch nicht mehr Mittel der 1. Wahl bei der Therapie von Krampfadern am Unterschenkel. Hier spiele jetzt die non thermalen nontumeszenten Verfahren die bessere Rolle. Dazu gehören Mikroschaumtherapie, Sealing Foam und eben auch der Venenkleber. Alle diese Verfahren haben weder ein neurologisches noch ein lymphovasales Risikoprofil.

    Eine nachgewiesene Varicosis sollte auch beim Lymphödem interventionell therapiert werden - eine alleinige Kompressionstherapie stellt lediglich eine symptomatische Therapie dar, keine kausale Therapie, d.h. die pathologische venöse Rezirkulation im Bein, insbesondere im Unterschenkel wird nicht verbessert und dies hat verschiedene Kompikationen zur Folge. Ein Krampfadernleiden ist immer als chronische Erkrankung zu sehen, die unbehandelt zu verschiedenene Komplikationen führen kann. Siehe dazu auch http://www.saphenion.de/news/l…he-therapie-ist-relevant/


    gruss dr. zierau

    liebe Ulli….woher nehmen Sie Ihr Wissen von erheblichen Mengen Kleber? Es werden für eine komplette Stammkrampfadertherapie eines Beines lediglich 1,4-1,8 ml (!) kleber benötigt. Sollen wir eigentlich Menschenversuche machen? Wie stellen Sie sich dies vor?

    Ihre Aussagen kommen mir irgendwie sehr bekannt vor - ich darf diese regelmäßig auf der Seite eines Berliner Kollegen lesen, der leider nicht mit dem Kleber arbeiten darf. Bitte lesen Sie auch die Veröffentlichungen der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA im Rahmen der Zulassung des Klebers VenaSeal - die FDA hat diesen 2/2015 zugelassen und zuvor sehr viele Tests durchgeführt - inzwischen is in den USA der Kleber Pflichtleistung für alle Krankenversicherer. Sie können dazu auch auf dem Saphenion youtube channell einmal schauen, dort ist diese Menge Kleber mal dargestellt worden in einem Film.Im Übrigen würde mich wirklich interessieren, was Sie dann zu Kinderchirurgen sagen oder internistischen Kollegen, alle diese Kollegen arbeiten seit Mitte der 70er Jahre mit dem Cyanoacrylatkleber um Speiseröhren - und Magenkrampfadern zu verschließen. Also bitte einmal ein wenig Sachlichkeit in die Diskussion bringen. Und Sie wissen genauso gut wie ich, ein alleinigens Lymphödem ist sehr selten - meistens sind venöse Komponenten ebenso betroffen.

    Wir haben gerade bei Ödempatienten und Adipösen Patienten sehr gute Erfahrungen mit dem endovenösen Kleber gemacht, in Hinblick auf Mobilisierung und post operatives Befinden.

    Die DGP wird in ihren jetzt in Überarbeitung befindlichen Leitlinien auch den Venenkleber berücksichtigen.

    Gruss Dr. Zierau