Beiträge von Dana13

    Wenn ich als betroffener Laie das Stripping mit dem Klebeverfahren vergleiche, kann ich nicht verstehen, wie man sich als Mediziner weiterhin an dem alten Verfahren festbeißen kann. Es ist ja nicht so, dass ein altes, sicheres chirurgisches Verfahren mit super-Erfolgsquote durch ein unsicheres Verfahren mit vielen Risiken ersetzt wurde. Natürlich bleibt ein Restrisiko hinsichtlich des Venenklebers, da es keine 30-Jahres-Studien über diesen in Beinvenen gibt, eben weil das Verfahren noch so jung ist. Aber die Vorteile des Venenverklebens liegen doch eindeutig auf der Hand. Und wenn jemand seine Venen lieber chirurgisch behandeln lassen will, kann er dies doch tun.


    Dr. Zierau, woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass es heute immer noch diesen Kampf gibt? (Zumindest ist das mein Eindruck, auch wenn ich nicht aus dem medizinischen Bereich komme.) Warum reden einige Mediziner so gegen z.B. die Venenverklebung? Weil sie sie selbst nicht anwenden können?

    Ich habe zwar glücklicherweise kein Ulcus cruris, bin aber sehr froh, dass es auch für diese Patienten endlich Hoffnung auf komplette Abheilung gibt.

    Das wird sich sicher in Zukunft ändern. Wie Dr. Zierau weiter oben schreibt werden die Leitlinien überarbeitet und die DGP wird jetzt auch die Venenverklebung berücksichtigen.

    Ein primäres Lymphödem muß keineswegs eine venöse Komponente haben - ist bei mir auch nicht der Fall.

    Mich würde mal interessieren, wie eine OP-Indikation bei Varikosis am Ödembein begründet wird - das Bein wird doch ohnehin mit einem Kompressionsstrumpf versorgt?

    Das Risiko, das sich das Ödem durch operative Maßnahmen verschlechtert, besteht doch bei jedem Verfahren.

    Krampfadern können Schmerzen verursachen, trotz Bestrumpfung.

    Guten Abend Dr. Zierau,

    ich freue mich, dass jemand, der das Verfahren selbst anwendet und damit behandelt wurde, hier informiert.

    Nachdem mein Facharzt mir die Methode nahegelegt hatte, habe ich eine Phase der totalen Verunsicherung durchlebt. Mein Hausarzt, der nie von der Methode gehört hatte, hat mich wörtlich für verrückt erklärt, nachdem ich ihm von dem Verfahren berichtet habe und ihm sagte, dass ich es machen lassen werde. Es kamen Bemerkungen wie "das ist ja wie Baumarktkleber" etc. Wohlbemerkt ohne jegliche Information darüber zu haben. Ich habe deshalb bis zum Termin Zweifel gehabt, was mir das Leben nicht gerade erleichtert hat. Die Vorstellung, ein Acrylat im Körper zu haben fand ich auch nicht toll, aber da es für mich keine Alternative gab und ich wegen der Varikose permanente Schmerzen hatte, habe ich die OP durchführen lassen und bin heute sehr froh, dass ich mich "getraut" habe, diesen neuen Weg zu gehen.

    Mein Facharzt hat nochmal nachgelegt mit der Begründung für das Verfahren und ich habe nun den Bescheid über die Gewährung einer Beihilfe.

    Die pauschale Kostenübernahme ist zwar nicht möglich, aber die Leistungen werden berücksichtigt im Rahmen der Gebührenverordnung.

    Danke schön :)


    Ich bin auch sehr froh, dass es so gut verlaufen ist. Als mein Hausarzt mir im Sommer sagte, dass bei meinen Krampfadern wegen des Lymphödems wohl operativ nichts gemacht werden kann, war ich sehr verzweifelt. Er kannte die Methode mit dem Gewebekleber halt noch nicht.

    Ich möchte für alle Lymphödem-Patienten, die auch Krampfadern haben, kurz berichten, wie meine Venenverklebung verlaufen ist:

    Es wurden an einem Tag beide Stammvenen (große Rosenvenen) im linken und rechten Bein von der Leiste bis unterhalb des Knies verklebt. Es gab weder eine Narkose noch eine lokale Betäubung, lediglich die Punktionsstellen wurden betäubt, je Bein ein kurzer Pieks. Die Venen wurden unterhalb des Knies punktiert, es wurde ein Katheter eingeführt und der Gewebekleber aus einer "Klebepistole" in den Katheter dosiert. Alle 3cm wurde ein Klebepunkt gesetzt und dann von außen mit der Hand und dem Ultraschallkopf gedrückt. Die Verklebung beider Stammvenen dauerte zusammen eine knappe Stunde. Danach kam ein Pflaster auf die Punktionsstelle, das eine Woche dort bleiben musste. Geduscht wurde mit einem Duschpflaster.


    Ich habe zur Sicherheit 5 Tage lang einen Blutverdünner bekommen. Da ich sowieso Kompressionsstrümpfe besitze, habe ich diese auch getragen, dies ist jedoch normalerweise nach dem Eingriff nicht erforderlich. Nach dem Eingriff hatte ich vier Tage lang ein leichtes Ziehen in der linken Leiste, rechts habe ich gar nichts gemerkt. Nach der Nachuntersuchung - am 10.Tag nach dem Eingriff - hatte ich zwei Tage lang leichte Schmerzen im rechten Oberschenkel, vermutlich durch den Druck beim Ultraschall. Es gab bisher keine weiteren Beschwerden und keinen Ausfall am Arbeitsplatz. Bereits 36 Stunden nach dem Eingriff waren die massiven Besenreiser am linken Knöchel fast verschwunden, das rote, geschwollene Schienbein war ebenfalls abgeschwollen und nicht mehr rot. Die Innenknöchel, die Unter- und die Oberschenkel waren wenige Tage nach dem Eingriff deutlich abgeschwollen, viel weicher und kaum mehr schmerzhaft auf Druck (so wie Jahre lang vorher). Die Nachuntersuchung hat ergeben, dass beide Venen verschlossen sind. Es wird jetzt bis Anfang des nächsten Jahres abgewartet, wie sich die neue Situation auf die anderen Venen auswirkt, da dort noch einige eine leichte Insuffizienz aufweisen.


    Einzig mit der Beihilfe muss ich mich jetzt befassen, denn die hat im ersten Bescheid die Kostenübernahme abgelehnt, obwohl mein Arzt mitgeteilt hat, dass die anderen zur Verfügung stehenden Verfahren bei meinem massiven Lymphödem kontraindiziert sind.

    Ich habe das wohl falsch verstanden; ich dachte, es gäbe Videos über die Ablagerung der Acrylate aus der Venenverklebung in Lymphknoten. Darüber finde ich nämlich nichts. Aber trotzdem danke.

    Hallo Griselda,

    vielen Dank für deine Antwort!

    Gemeint war nicht die Behandlung der Venen mit Hitze (die in meinem Fall nicht gut wäre), sondern ohne Hitze mit einem speziellen Acrylat (Sekundenkleber). Das Verfahren ist recht neu. Ich möchte die Bezeichnung des Verfahrens hier nicht nennen, da es Werbung gleich käme. Der Klebstoff wird über einen Katheder in die Vene dosiert, die Vene verlebt und wird innerhalb einiger Monate vom Organismus abgebaut. Das Verfahren soll ! schonender als Laser- und Radiowellenbehandlungen sein (weniger Entzündungen, Schmerzen, Taubheits- und Missempfindungen) aber genauso effektiv.

    Ich habe ein Lipo-Lymphödem und zusätzlich auch noch eine Stammvenenvarikose.

    Mein Facharzt empfiehlt mir die Venenverklebung, da sowohl das Stripping als auch die Behandlung mit Radiowellen das Lymphsystem zu stark schädigen könnten.

    Gibt es hier Erfahrungen zum Venenverkleben?

    Vielen Dank für Ihre Antworten!

    Wie schon in einem anderen Thread beschrieben hatte ich vor einigen Jahren eine Fettabsaugung an den Ober- und Unterschenkeln aus für mich rein kosmetischen Gründen, da ich die Diagnose "Lipödem" erst später erhalten habe.
    Da ich nach der OP im Kniebereich eine Venenentzündung hatte, habe ich mich damals nicht getraut, hier einen zweiten Eingriff (Verfeinerung, Korrektur) vornehmen zu lassen, obwohl das im Preis drin war.
    Was die Fettverteilung angeht, kann ich auch nach vielen Jahren nur Positives berichten. Meine Beine sind nach wie vor deutlich schlanker, die Fettwülste am Oberschenkel, im Knie- und Unterschenkelbereich sind nicht zurückgekehrt und ich habe auch nicht anderweitig ungewöhnlich verteilt Fett eingelagert. Hätte ich noch die Korrektur vornehmen lassen, wäre das Ergebnis sicher noch besser.
    Nach der Fettabsaugung habe ich dann allerdings in den Unterschenkeln Lymphödeme entwickelt. Ich denke, die Venenentzündung bzw. der operative Eingriff hat dies beschleunigt. Ich denke aber auch, dass ich auch ohne die OP ein Lymphödem bekommen hätte, da ich schon vorher sehr zu geschwollenen Knöcheln neigte. Außerdem liegt es in meiner Familie.
    Zusätzlich habe ich seit 12 Jahren die Diagnose Hashimoto und weiß nicht, inwieweit das bei meiner Ödembildung auch eine Rolle spielt.

    Ich habe vor einigen Jahren eine Fettabsaugung an den Ober- und Unterschenkeln vornehmen lassen. Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich ein Lipödem habe, für mich war das also eine rein kosmetische Operation. Meine Beine waren nach der OP ziemlich schlank, ich hatte allerdings im inneren Kniebereich eine Venenentzündung, die dann wieder abheilte. Das Fett ist nicht wieder gekommen, auch nicht an anderen Stellen. Ich treibe allerdings auch viel Sport und habe jetzt sehr trainierte Beine. Nach der Fettabsaugung hat sich dann allmählich ein Lymphödem entwickelt, ich vermute, weil bei der OP Lymphgefäße im Kniebereich verletzt wurden. Dort staut sich auch bei der Lymphdrainage die Flüssigkeit. Statt Fettansammlungen habe ich jetzt Wasseransammlungen in den Unterschenkeln.