spezielles venöses Problem

  • Sehr geehrte Damen und Herren,


    anbei benötige ich dringend Ihren Rat und Ihre medizinische Fachkompetenz, weil ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich möchte Sie bitten von jeglichen Moralreden abzusehen, da ich selber weiß dass ich mein Problem selbst verschuldet habe. Bis zum Jahr 2016 war ich opiatabhängig (von Substitutionsmitteln) und i.v.-Konsumentin (seit 2016 nicht mehr) mit jahrelangem beinahe täglichen Injektionen in den Leistenbereich links (vena femoralis).


    An einem Tag, der mein Leben im Nachhinein maßgeblich verändert hat, schwoll mein linkes Bein innerhalb von Sekunden nach einer Injektion dauerhaft an. Panisch war ich in sämtlichen Krankenhäusern (in 3-4 Krankenhäusern), wurde aber immer wieder nach Hause geschickt, da keine aktive Thrombose festgestellt werden konnte. Einen Termin bei einem Gefäßspezialisten bekam ich erst 4-5 Wochen später und dort wurde mir gesagt, dass man nun nicht mehr operieren könne und die Gefahr einer Amputation zu groß sei. Wäre ich 1-2 Wochen eher gekommen hätte man das Gefäß noch öffnen können - das war natürlich ein Schlag ins Gesicht da ich ja in mehreren Krankenhäusern war ohne Erfolg. Kollateralvenen haben sich reichlich gebildet zum Glück und ich bekam Kompressionsstrümpfe (bis zum Oberschenkel) und einige Monate lang Xarelto. Eine Zeit lang bekam ich sogar Lymphdrainagen verschrieben. Seitdem gehe ich jährlich einmal zum Gefäßspezialisten.


    Ich habe bisher keinen anderen ähnlichen Fall gesehen, habe dieses Jahr auch meine Ausbildung nach 3 Jahren im medzinischen Bereich abgeschlossen und mich intensiv mit dem Gefäßsystem beschäftigt. Nun zu meinem eigentlichen Problem: Mein linkes Bein ist seit dem Jahr 2016 immer 5-6cm größer vom Umfang her als das rechte. Daran hat sich seither nix geändert und ich konnte mich langsam damit arrangieren. Letztes Jahr bei der Untersuchung stellte der Gefäßarzt mittels US fest, dass meine Durchblutung im Bein in Ordnung sei (trotz der Schwellung). Außerdem hat sich am oberen Schamhügel - genau in jenem Bereich wo die Engstelle der Leiste sitzt - eine leichte Schwellung gebildet, wie ein Band von links nach rechts, so eine Art Höcker. Weiter unten sieht alles normal aus, also auch die Schamlippen. Ungefähr zur gleichen Zeit hat sich auch eine oberflächliche ziemlich dicke Vene auf dem Schamhügel gebildet, die laut Arzt eine Kollateralvene sei. Auf meine Frage bezüglich eines kosmetischen Eingriffes antwortete er dass diese Kollateralvene die Lebensversicherung für mein linkes Bein sei.


    Jetzt bin ich aktuell in der 24. SSW schwanger und seit ca. 2 Monaten ist diese Schwellung am Schamhügel noch viel größer und es treten vermehrt oberflächliche dicke Venen hervor. Besonders im Stehen, wenn die ganze Schwerkraft alles nach unten drückt, kann ich mich nicht mehr im Spiegel anschauen. Hinzu kommt dass sich diese sicht- und spürbaren Venen bläulich-braun verfärbt haben. Ich habe neue Strümpfe bekommen und auch eine Strumpfhose. Mir ist klar dass man jetzt in der Schwangerschaft wohl nicht allzu viel tun kann. Ich habe demnächst wieder einen Termin beim Spezialisten und möchte dort dann auch nach einem Bauchgurt oder Genitaleinlagen zur Minderung der Stauung fragen.


    Nun meine Fragen:

    Wie schätzen Sie meinen Fall ein? Ist es möglich nach der Geburt einen chirurgischen Eingriff durchzuführen, da diese CVI ja immer ausgeprägter wird? Was kann ich noch gegen die Schwellung im Intimbereich tun? Bringen Oberschenkelstrümpfe überhaupt was, wenn doch die Engstelle im Leistenbereich links liegt? Ich leide sehr unter diesem Problem und schäme mich auch sehr dafür. Es ist mir immer wieder aufs Neue sehr unangenehm zu den Ärzten zu gehen, auch wenn ich stolz auf mich bin, was ich in den letzten Jahren erreicht habe. Alkohol trinke ich ohnehin nicht und das Rauchen habe ich mit Feststellung der Schwangerschaft aufgegeben. Leider bin ich übergewichtig, achte aktuell auch auf eine verbesserte Ernährung und möchte nach der Geburt rund 20kg abnehmen um meine Gefäße zu entlasten. Ich würde mich sehr über Ihre Einschätzung freuen, da ich mich leider sehr oft nicht ernstgenommen fühle von den Medizinern oder diese mich meine eigene Schuld spüren lassen.


    Mit freundlichen Grüßen



    PS: Ich bin mittlerweile so verzweifelt dass mich dieses Schreckgespenst immer noch verfolgt obwohl ich nun ein ganz anderes Leben führe als damals, dass ich einen Eingriff auch privat bezahlen würde - auch einen kosmetischen Eingriff. Es muss doch irgendwie möglich sein diese Engstelle in der Vene aufzuheben oider umzuleiten. Ich verstehe nicht wie man Herzen, Leber usw. transplantieren kann aber das nicht? Ich habe genug Geld gespart um eine OP sofort bezahlen zu können, ich bin sehr verzweifelt.

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  • Hallo Uli29,


    vielen lieben Dank für deine sehr liebe Antwort. Und es ist wirklich schön wenn man freundlich ohne Vorurteile empfangen wird.


    Dankeschön - hab sogar zwei Berufe erfolgreich erlernt, irgendwie habe ich mich trotz allem nie komplett hängen lassen bzw. war jetzt nicht ganz so tief in der Szene drin. Und man muss natürlich auch erwähnen dass die Substitutionstherapie erst mit Methadon, später mit Buprenorphin, mir sehr geholfen hat!

    Bin froh dass es sowas gibt, ehrlich!

    Sag mal, bist Du noch nie stationär entstaut worden? Meiner Meinung wäre das jetzt in der Schwangerschaft eine ziemlich gute Idee!!!

    Als ich noch die Maßnahme der Lymphdrainage verschrieben bekommen habe, wollte mich mein Physiotherapeut immer gerne in die Földi-Klinik schicken (bin aus Ba-Wü).

    Mein Gefäßarzt widerrum meinte immer dass ich kein Lymphödem habe und Lymphdrainagen eigentlich sinnlos bei mir seien.

    Ich muss sagen dass mir die Lymphdrainagen jedoch immer gut getan haben, weshalb die mir mein Hausarzt auch verschrieben hatte.

    Weil schließlich staut es sich ja auch in meinen Extremitäten, sei es auch nur mit Blut und das ist ja auch nicht immer sehr angenehm.

    Und nein, ich wurde nie entstaut, darüber wurde auch nie gesprochen (außer bei der Lymphdrainage).

    Nehmen die auch Leute wie mich?

    Darüber muss ich mich tatsächlich mal näher informieren, weil so geht es nicht weiter, es wird ja immer schlimmer.

    Von wem würde ich eine solche Einweisung bekommen? Vom Hausarzt/Gefäßarzt?


    Ich hoffe jetzt einfach mal auf den Termin bei meinem Gefäßarzt.

    Meinem Hausarzt (erkennt meine Vergangenheit) und meinem Frauenarzt (er kennt meine Vergangenheit nicht) habe ich es auch gezeigt, aber irgendwie tut sich nix. Lediglich der Bitte nach einer Strumpfhose ist einer nachgekommen.


    Ich würde mich sehr freuen von weiteren Spezialisten zu hören und bedanke mich schon mal im Voraus!

    Es eilt natürlich nicht, ich bin sehr geduldig und über jede Hilfe dankbar.


    PS: Ich mache jetzt einen Spaziergang um die Venen ein bisschen zu aktivieren bzw. die Muskel-Venen-Pumpe :-)

    PPS: Wir haben damals ja Kontrastmittelgespritzt und ich glaube ein bisschen war die Vene noch durchgängig. Habe auch Röntgenbilder, aber ich kann diese leider nicht deuten.

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  • Hallo,Vanilla,

    an der Thrombose wird man chirurgisch wohl nichts machen können. Dein Glück, daß sich Kollateralvenen gebildet haben.

    Wenn Dein Arzt sagt, daß die Kollateralen die Lebensversicherung für Dein Bein sind, hat er sicher recht.

    Wegen der Schwellung in der Leiste und in der Genitalregion wäre vielleicht eine Einbein-Strumpfhose besser als ein Oberschenkelstrumpf. Besprich das mal mit Deinem Arzt.

    Sicher hat die Schwellung auch durch die Schwangerschaft jetzt zugenommen - ich würde erstmal die Geburt abwarten und dann weitersehen. Wenn Du kannst, mach Sport, am besten Entstauungsgymnastik, Spazierengehen, Schwimmen.......

    Besonders Schwimmen oder Aquagymnastik ist gut, da der Wasserdruck die Arbeit der Muskelpumpe zusätzlich unterstützt.

    Kosmetische Aspekte würde ich mal hintenanstellen - sei froh, daß Du noch zwei Beine hast!

    (Klingt jetzt vielleicht hart, ist aber so)

  • Hallo Griselda,


    vielen lieben Dank für dein ehrliches Kommentar und die Wahrheit ist manchmal hart, das stimmt.


    Fernab von der Ästhetik habe ich natürlich auch Angst vor einer weiteren Verschlechterung des postthrombotischen Syndroms - wobei ich ja im Prinzip nie eine "echte" Thrombose hatte, aber die Gefäßwand permanent traumatisierend verletzt wurde durch die Injektionen und es wahrscheinlich zu einer trichterähnlichen Verformung des Gefäßes kam, in der sich das Blut natürlich staut.

    Ich meine angefangen hat es mit der Schwellung des linken Beins, dann die Schwellung im Intimbereich, dann Bildung der Kollateralvenen, die sich jetzt in der Schwangerschaft auch noch blau-braun verfärbt haben.

    Die Angst besteht darin dass da noch so viel mehr kommen wird bishin zum ulcus cruris venosum oder einer tatsächlichen Thrombose mit Embolie.

    Meine Venenklappen waren letztes Jahr bei der Untersuchung jedenfalls noch in Ordnung.


    Glaube mir, ich bin sehr froh dass ich noch zwei Beine habe, da habe ich wirklich Glück gehabt.

    Manchmal bin ich selber erstaunt was mein Körper da alles aushalten musste und dennoch mithilfe der Kollateralvenen mein Leben gerettet hat - so paradox das klingen mag.


    Was auch ganz arg schlimm gewesen ist damals, war diese unendliche Hilflosigkeit und Abstrafung seitens 1-2 Mediziner - ich habe zum Glück auch mit Ärzten zu tun gehabt, welche nicht negativ bewertend waren und bei denen ich das Gefühl hatte als Mensch respektiert zu werden.


    Da ich selber im medizinisch-pflegerischen Bereich als Fachkraft arbeite (im Moment im Beschäftigungsverbot) darf ich es mir auch erlauben zu schreiben, dass ich vorurteilsfrei bin und die Menschen in ihrer aktuellen Situation annehme wie sie sind.

    Ich meine ich werde jenen Mann, der ursächlich durch seinen Alkoholabusus das Korsakowsyndrom bekommen hat und nun ein "hochgradiger Pflegefall" ist, nicht anders behandeln wie eine andere Person die auch eine demenzielle Erkrankung bekommen hat nur ohne "eigenes Verschulden".

    Beide bekommen von mir dieselbe individuell-angepasste Behandlungspflege und natürlich auch den benötigten menschlichen Respekt.


    Sicher hat die Schwellung auch durch die Schwangerschaft jetzt zugenommen - ich würde erstmal die Geburt abwarten und dann weitersehen. Wenn Du kannst, mach Sport, am besten Entstauungsgymnastik, Spazierengehen, Schwimmen.......


    Besonders Schwimmen oder Aquagymnastik ist gut, da der Wasserdruck die Arbeit der Muskelpumpe zusätzlich unterstützt.


    Kosmetische Aspekte würde ich mal hintenanstellen - sei froh, daß Du noch zwei Beine hast!

    (Klingt jetzt vielleicht hart, ist aber so)

    Ja, ich denke auch dass eine Schwangerschaft nicht sonderlich förderlich für ein venöses Leiden ist, aber selbst das kann meine Freude auf mein erstes Kind nicht mindern. Ich freue mich wahnsinnig auf die Ankunft meines Sohnes im Februar.


    Und vielen lieben Dank auch für die Tipps, von Entstauungsgymnastik habe ich zuvor noch nie was gehört.

    Komme gerade vom Spaziergang und jetzt gibt es eine Gemüse-Pfanne (Thai-Art mit rotem Curry und Kokos) mit Hähnchen plus Reis.


    Liebe Grüße und allen einen schönen Sonntag!



    Nachtrag, was mir noch wichtig war: Ich habe keinerlei Infektionskrankheiten, darauf habe ich immer geachtet!

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  • Guten Morgen!


    CR1 : Dankeschön für das herzliche Willkommen heissen! :-)


    Dr. Martin : Vielen Dank für den Tipp mit Aachen, das klingt sehr vielversprechend!

    Nein, ich nehme schon seit ca. einem Jahr keine Medikamente mehr solcher Art.

    Ich weiß jetzt natürlich nicht ob das gut oder schlecht ist, auch im Hinblick auf die Schwangerschaft.


    Liebe Grüße

  • Hallo liebe Uli,


    ich bin damals offen mit meiner Geschichte umgegangen, auch bei diesem Gefäßarzt zu dem ich nächste Woche gehe. Dort werde ich das mal mit den Medikamenten ansprechen und auch nochmal ganz konkret nachfragen was ich noch zu erwarten habe oder wie es nun allgemein für mich weitergehen wird. Meinem Hausarzt (ehemaliger Substitutionsarzt von mir und somit kennt er auch die ganze Geschichte) habe ich die Schwellung und die Farbveränderungen der Venen am oberen Schamhügel auch gezeigt, aber ergeben hat es leider nix. Lediglich eine Strumpfhose hat er auf meinen Wunsch hin rezeptiert.

    Er meinte dass man da jetzt in der Schwangerschaft ohnehin nix machen kann.


    Für mich steht ehrlich fest, dass ich nach der Geburt um eine ernsthafte Behandlung kämpfen werde, da ja allein die physikalischen Maßnahmen keine Verbesserung bzw. Beibehaltung des damaligen Zustandes erreicht werden konnte. Ich recherchiere schon seit Jahren nach ähnlichen Geschichten, Behandlungsmöglichkeiten oder ähnlichen Begleitsymptomen (Schwellungen in o.g. Bereich mit stark erweiterten Kollateralvenen), aber ich habe nur sehr selten was darüber gefunden.


    Ich bin ehrlich froh dieses Forum hier gefunden zu haben und werde über die weiteren Schritte und/oder kleine Fortschritte berichten. Manchmal frage ich mich ernsthaft ob es nicht was gebracht hätte wenn ich die Lymphdrainage weiterhin bekommen hätte.


    Wie läuft das eigentlich ab wenn ich eine Klinik ins Auge fasse, die sich z.B. auf diese späten Rekanalisationen spezialisert (wie von Dr. Martin oben benannt)? Benötige ich da von meinemHausarzt oder Gefäßarzt eine Überweisung? Und dann rufe ich da an und mache einen Termin - muss ich da mein "Problem" und meinen speziellen Fall schon am Telefon benennen?Oder erst beim Vorgespräch bzw. bei der Vorstellung?


    NACHTRAG: Habe gerade in meinen Unterlagen gekramt und einen Arztbrief mit Diagnosen vom Sommer 2016 gefunden, die ich gerne mal hier teilen möchte. Verschluss der vena femoralis communis links (Phlebographie links) - mit kräftigen Kollateralen - Becken/ und Oberschenkel/Etage frei


    Dringender V.a. Femoral/Venenverschluss links

    - Beginn vor ca. 5-6 Wochen (Sommer 2016)


    Eingezogene Narbe linke Leiste nach Injektionen


    Seitenastvaricosis rechts und links


    CVI bds., C3 rechts, C3 links (nach CEAP)


    Lip.-Lymphödem Stadium 1 bds, links sekundaer deutlich verschlechtert


    Adipositas



    Jetzt sind ja 2 Jahre vergangen und es sind noch einige Begleiterscheinungen dazu gekommen.

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  • Wie läuft das eigentlich ab wenn ich eine Klinik ins Auge fasse, die sich z.B. auf diese späten Rekanalisationen spezialisert (wie von Dr. Martin oben benannt)?

    Benötige ich da von meinemHausarzt oder Gefäßarzt eine Überweisung?

    Am besten rufst Du in der Uniklinik Aachen, Gefäßchirurgische Ambulanz an und fragst, welche Unterlagen benötigt werden.

    Es kann sein, daß eine einfache Überweisung vom Hausarzt nicht ausreicht, sondern vom Spezialisten erforderlich ist.

    Zum Termin bringst Du unbedingt alle bisherigen Unterlagen/Befunde mit, die Du hast und auch die Adressen der Praxen/Kliniken, in denen Du bisher warst ( falls Befunde angefordert werden müssen).

    Am Telefon mußt Du keine Einzelheiten Deiner Krankengeschichte erzählen, es reicht, wenn Du sagst, daß Du seit 2016 einen Verschluß der V.femoralis hast und Dich wegen der Möglichkeit einer Rekanalisierung vorstellen möchtest.

    Ich würde das Ganze aber erst nach der Geburt in Angriff nehmen.

  • Am besten rufst Du in der Uniklinik Aachen, Gefäßchirurgische Ambulanz an und fragst, welche Unterlagen benötigt werden.

    Es kann sein, daß eine einfache Überweisung vom Hausarzt nicht ausreicht, sondern vom Spezialisten erforderlich ist.

    Zum Termin bringst Du unbedingt alle bisherigen Unterlagen/Befunde mit, die Du hast und auch die Adressen der Praxen/Kliniken, in denen Du bisher warst ( falls Befunde angefordert werden müssen).

    Am Telefon mußt Du keine Einzelheiten Deiner Krankengeschichte erzählen, es reicht, wenn Du sagst, daß Du seit 2016 einen Verschluß der V.femoralis hast und Dich wegen der Möglichkeit einer Rekanalisierung vorstellen möchtest.

    Ich würde das Ganze aber erst nach der Geburt in Angriff nehmen.

    Danke für die hilfreichen Informationen und ja, jetzt in der Schwangerschaft möchte ich nichts riskieren.


    Ich werde das bei den nächsten ärztlichen Terminen ansprechen.


    Liebe Grüße

  • Mein Gynäkologe weiß Bescheid über die Stenose links und die CVI, jedoch nicht wegen was das vor Jahren entstanden ist.


    Er weiß auch dass ich nächste Woche diesen Termin habe, er kennt den Arzt sogar.


    Bei der letzten Untersuchung im Oktober hat er die Schwellung und die hervortretenden Venen auch gesehen, hab ihn explizit nach diesen gefragt.

    Es sei eine sehr ungewöhnliche Stelle und ich glaube er hat sowas in all seinen vielen Medizinerjahren auch noch nicht gesehen.

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  • Hallo Vanilla,

    ich würde jetzt schonmal in der Klinik anrufen und einfach nachfragen was für Unterlagen und Überweisungen sie brauchen und wielange die Wartezeit auf einen Termin ist.

    Dann kannst du dir rechtzeitig einen Termin nach der Schwangerschaft geben lassen.

    Ich wünsche dir, daß du trotz aller Probleme noch eine schöne "Kugelzeit" hast und alles mit einem gesunden Baby im Arm endet.

  • Lediglich eine Strumpfhose hat er auf meinen Wunsch hin rezeptiert.

    Er meinte dass man da jetzt in der Schwangerschaft ohnehin nix machen kann.

    Eine Zweiteilige Versorgung ist in der Schwangerschaft bestimmt leicher anzuziehen, auch lassen sich dann die Strümpfe nach der Entbindung oft weitertragen. Beim Anfertigen der Pelotte (Druckpolster) sollte passgenau über der hervorstehenden Vene ein Kanal ausgefräßt werden, eigentlich kein Problem, es sollte aber von jemandem angepaßt werden, der fundierte Flachsstrickkenntnisse hat.


    Für die Schwangerschaft empfiehlt sich im Leibteil ein Klettverschluß (mit Begründung rezeptierbar), da mit häufigen Toilettengängen zu rechnen ist.

    "Schritt offen" geht leider in diesem Fall nicht, weil die Pelotte fixiert werden muß.

  • Hallo liebe Forenmitglieder,


    hab jetzt meinen Termin beim Gefäßarzt hinter mir und es gibt Neues zu berichten.


    Also mein linkes Bein usw. ist sehr gut durchblutet, keinerlei weiteren Verschlüsse, sehr kräftige Kollateralvenenbildung -> wesentlich mehr wie noch letztes Jahr oder im Jahr 2016. Das klingt ja schon mal toll. Gerinnungshemmer benötige ich auch keine, habe ich extra nachgefragt.

    Allerdings hat er mir dringend ans Herz gelegt normal/spontan zu entbinden. Ein Kaiserschnitt sei ein sehr hohes Risiko, da die Umgehungsgefäße (die da ja eben im Unterbauch und oberen Schamhügel verlaufen) schwer verletzt werden können.

    Natürlich habe ich jetzt Angst - ich möchte spontan/normal entbinden, aber was passiert im Notfall oder falscher Lage des Kindes?

    Heute hatte ich meinen Kontrolltermin beim Frauenarzt und auf Drängen eine Überweisung für ein medizinisches Vorgespräch in der gewünschten Entbindungsklinik bekommen. Habe dort Anfang Januar einen Termin und das beruhigt mich jetzt doch schon sehr.


    Ach und jetzt das Beste, was auch ein bisschen paradox ist:

    Der Gefäßarzt hat sich meine ganzen Unterlagen nochmal angeschaut und möchte mich gerne chirurgisch nächstes Jahr nochmal vorstellen (ca. 6 Monate nach der Geburt soll ich wieder kommen zu ihm). Er sagte dass sich nun genügend Kollateralvenen gebildet haben und die Gefahr von Verletzungen der Beckengefäße nicht mehr so risikoreich sei. Ich würde mich sehr freuen wenn da endlich mal etwas passieren würde bzgl. des Verschlusses!


    Hallo Vanilla,

    ich würde jetzt schonmal in der Klinik anrufen und einfach nachfragen was für Unterlagen und Überweisungen sie brauchen und wielange die Wartezeit auf einen Termin ist.

    Dann kannst du dir rechtzeitig einen Termin nach der Schwangerschaft geben lassen.

    Ich wünsche dir, daß du trotz aller Probleme noch eine schöne "Kugelzeit" hast und alles mit einem gesunden Baby im Arm endet.

    Dankeschön Dauli für die Ratschläge und die guten Wünsche! Sehr lieb von dir!

    Ich werde trotz kleiner Aussicht auf einen chirurgischen Eingriff nächstes Jahr trotzdem nach anderen Kliniken schauen und mich dort unverbindlich informieren.

    Dir auch alles Gute! ♥


    Eine Zweiteilige Versorgung ist in der Schwangerschaft bestimmt leicher anzuziehen, auch lassen sich dann die Strümpfe nach der Entbindung oft weitertragen. Beim Anfertigen der Pelotte (Druckpolster) sollte passgenau über der hervorstehenden Vene ein Kanal ausgefräßt werden, eigentlich kein Problem, es sollte aber von jemandem angepaßt werden, der fundierte Flachsstrickkenntnisse hat.


    Für die Schwangerschaft empfiehlt sich im Leibteil ein Klettverschluß (mit Begründung rezeptierbar), da mit häufigen Toilettengängen zu rechnen ist.

    "Schritt offen" geht leider in diesem Fall nicht, weil die Pelotte fixiert werden muß.

    Du hast recht, die Strumpfhose anzuziehen ist langsam echt schwerfällig.

    Als ich jetzt bei dem Gefäßarzt war, hat er mir lediglich eine Kompressionsstrumpfhose Kl. 2 nach Maß verschreiben, die ich leider nicht mal einlösen konnte. Dort arbeitet auch eine Fachfrau für diese Hilfsmittel, zu der ich direkt nach der Sprechstunde gegangen bin.

    Ich habe dieses Jahr schon Oberschenkelstrümpfe und vor Kurzem eine Strumpfhose bekommen, weshalb ich mein Pensum erfüllt habe.

    Einen Bauchgurt lehnte der Arzt leider komplett ab, obwohl ich gerne so einen Stützgurt gehabt hätte.

    Er sagte dass die Strumpfhose genauso gut stützt und auch optimal für die Stauung sei.

    Ich sehe das allerdings nicht so, die Fachfrau übrigens auch nicht, habe mich lange mit ihr über meine Geschichte unterhalten.

    Sie sagte auch was von dieser Flachstrickweise und eingenähten Teilen (für den Genitalbereich) und dass diese Strumpfhosen wohl sehr sehr teuer wären und ich mir lieber nach der Schwangerschaft eine anfertigen lassen soll.

    Aber von wem soll ich die bekommen? Ich habe das Gefühl, dass ich die Standardhilfsmittel bekomme, ohne dass explizit auf mein Problem eingegangen wird.


    Naja, Danke isarkiesel für deinen Rat!



    Liebe Grüße

  • In der Schwangerschaft kannst du viel häufiger neue notwendige Kompression bekommen!

    Das wäre natürlich schön!


    Frage mich weshalb ich ständig falsche Auskünfte bekomme oder auch weshalb nicht ganz konkret auf mein individuelles Problem eingegangen wird.


    Ich wollte die Strumpfhose ja direkt nach der Sprechstunde anpassen/Maße nehmen lassen - obwohl es wohl besser direkt nach dem Aufstehen gewesen wäre - weshalb ich ja zu dieser Dame ins Zimmer gegangen bin. Sie fragte mich ob ich dieses Jahr schon Hilfsmittel bekommen habe, was ich wahrheitsgemäß beantwortete.

    Damit sei mein Pensum erfüllt und ich müsste das aus eigener Tasche bezahlen.

    Und klar, glaube ich ihr das in dem Moment auch.


    Ich habe das Rezept noch, soll ich es hier im Sanitätshaus oder Apotheke nochmal probieren?


    Diese Schwangerschaftsstrumpfhose tut mir ganz gut, besser wie die Oberschenkelstrümpfe im Moment, da sie ja auch eine stützende Wirkung auf den stetig wachsenden Bauch erzielt. Aber klar, die muss ja auch mal gewaschen werden und zum Wechseln wäre es toll noch eine da zu haben.

  • Jetzt bin ich aktuell in der 24. SSW schwanger

    Liebe Vanilla88,


    da Du ja viele Ratschläge/Infos von den Usern erhalten hast, wünschen wir Dir weiterhin eine schöne Schwangerschaft..



    Ich habe das Rezept noch, soll ich es hier im Sanitätshaus oder Apotheke nochmal probieren?

    Ja unbedingt :!: Während der Schwangerschaft ist die Versorgung kostenfrei ohne Zuzahlung.

  • Dankeschön CR1 für die guten Wünsche ♥

    Und ja, ich probiere es gleich morgen früh nochmal mit der Strumpfhose.


    Darf ich hier nicht mehr weiterschreiben? Vielleicht habe ich das jetzt auch völlig missverstanden.


    Ich hätte gerne über den weiteren Verlauf meiner Situation berichtet, mit allen Fortschritten, Veränderungen oder Niederlagen.

    Vielleicht bringt es ja jemandem was, vielleicht gibt es da draußen auch noch jemanden, dem es so ähnlich geht/ergeht.


    Und die Tipps und Ratschläge, die ich hier bekommen habe und evtl. noch erhalten werde, helfen mir natürlich auch ungemein.


    Ich bin sehr froh dieses Forum gefunden zu haben! ♥

  • Wenn mehr, als die üblichen 2 Paare (+Wechselpaare) verordnet werden, muß dies auf dem Rezept in der Diagnos begründet werden, zB. Neuversorgung nötig wegen Größenänderung aufgrund Schwangerschaft.

    Wenn von Rundstrick (ohne Naht) auf Flachstrick (dicker und mit Naht) gewechselt wird, muß die Diagnose sowieso genau angegeben werden.


    Schwangerschaftsgurte haben eine viel stärker bauchhebende Funktion als Kompressionsstrumpfhosen. Fragen Sie nochmal bei einem anderen Gynakologen (evtl Orthopäden) nach einem Rezept. Und lassen sie sich von der Hebamme nochmal zeigen, wie Sie sich selbst aus dem Hohlkreuz korrigieren Steißbein mittels Beckenboden zum Schambein ziehen + Schambein zum Nabel ziehen ). Flache Absätze sind auch wichtig, da hohe Absätze sie Muskelpumpe hemmen und das Hohlkreuz verstärken.