Bei PTS Strumpf weglassen?

  • Hallo zusammen,
    ich habe ein PTS im linken Bein und trage immer brav meinen Strumpf... Meine zweite Thrombose ist nun über 1 Jahr her und ich habe bis auf einen Reflux der vena poplitea keinerlei Beschwerden mehr.
    Jetzt ist es heiß und ich habe die letzten zwei Tage den Strumpf nicht angezogen. Trotzdem sieht das Bein genauso aus wie immer. Es ist nicht dicker als sonst, es ist nicht verfärbt, nichts. Da stellt sich mir nun natürlich die Frage, ob es für mich in Ordnung ist, an solchen unerträglich heißen Tagen den Strumpf wegzulassen? Oder muss ich dann mit negativen Konsequenzen -auf lange Sicht- rechnen? Mein Phlebologe sieht die ganze Strumpfsache sehr entspannt, und meint ich könne das so machen wie ich meine? Gsnz so locker bin ich da nicht ;) Bin für Ratschläge dankbar!

  • Das lässt sich nicht so einfach sagen.
    Bei bereits der 2.Thrombose rate ich zu einer sehr konsequenten Kompression mittels Ko.strumpf.
    Es ist erst mal gut , wie sie es beschreiben.Aber die Veränderungen gehen langsam, anfangs kaum zu bemerken...aber jeder Fall läuft individuell...Seit mehr als 20 Jahren betreue ich sehr viele " Thrombose-Patienten"...
    Und leider: gerade wenn Sie den Strumpf nicht wollen -im Sommer-ist er besonders wichtig : Wärme dehnt die Venen, das Blut fliesst langsamer, die Venenwände sind nicht mehr völlig " plan , glatt, es kann zu Verwirbelungen kommen-und diese wiederum zu einer Rethrombose.
    Also ich rate zu "LL" lebenslang.Obwohl gerade eine doch recht angegriffene Studie das Gegenteil gemessen hat...

  • Hallo,
    auch mich interessiert, ob man die Bestrumpfung nach vielen Jahren (8) verändern kann.
    Hatte 2006 Becken/Beinvenenthrombosen mit postthrombotischen Syndrom. Auch ein Lymphödem wurde diagnostiziert.
    Es haben sich gute Umgehungskreisläufe gebildet.
    Bin mit Strümpfen und Bermuda versorgt. Kl. 2, linker Strumpf, Kl. 3.
    Vor 2 Jahren wurde der rechte Strumpf weggelassen, was zu einer Volumenzunahme, allerdings auch unter gleichzeitiger Cortisontherapie, führte.
    Cortison und Immunsupression muß ich wegen einer Kollagenose nehmen.
    Jetzt wurde ich in die Schmerztherapie geschickt. Nehme jetzt Tilidin.
    Versuche Cortison zu senken un keine Immunsupression.
    Alles ein neuer Versuch.
    LG
    FOXY

  • Die Bestrumpfung kann theoretisch bei jeder Verordnung neu angepaßt werden/anders verordnet werden.
    Es empfiehlt sich jedoch, Bewährtes beizubehalten.
    Warum wurde die Bestrumpfung rechts weggelassen ? Hier muß von Vorne mit engmaschiger MLD+Wickeln begonnen werden, bis die das Beinvolumen sowei entstaut ist, daß für den Strumpf gemessen werden kann.

  • Hallo Isarkiesel,
    das ist mir bekannt. Die rechte Bestrumpfung wurde von einer Fachärztin nicht weiter verordnet.
    Da, ihrer Meinung nach, das rechte Bein ja gesund ist. Nach 1 Jahr hatte sich das Volumen dann um 3 cm verstärkt. Auserdem hatte ich immer starke Knieschmerzen, die durch erneute Bestrumpfung besser wurde. Aber ich hatte gleichzeitig viele Probleme mit Entzündungen.
    Die Ärztin ist wieder weg und so bekomme ich eigentlich das verordnet, was ich will.
    Es ist ein Abwägen, was mir insgesamt gut tut.
    Der Schmerztherapeut war der Meinung, dass es durch die Bestrumpfung KL.3 auch zur Schmerzverstärkung kommen kann. Außerdem hält er das Risiko für eine erneute Thrombose für gering.
    Ich weiß, das es auch andere Meinungen gibt.
    Und vielleicht macht die Hitze mich auch empfänglich für solche Meinungen.
    Eine Nachfrage ist es aber wert.


    Engmaschige Mld u. Wicklung bekomme ich nie. Dafür sei mein Fall nicht extrem genug.
    MLd 2x wöchentl. 45min und Bestrumpfung.


    LG
    Foxy

  • Schlimmer Unsinn: gerade unter Cortison UND Vorthrombose steigt Ihr TVT_Risiko deutlich an!


    Bei einer derart ausgeprägten Thrombose würde ich empfehlen, immer Ko.strümpfe zu tragen.


    Sie allein tragen doch das Risiko der oft schleichenden Verschlechterung!


    Ein Bein ist niemals "gesund" nach einer Mehretagen-Thrombose.
    Wenn siber 20 Jahre TVT-Patienten , also "Post-Thrombotiker" betreuen , könne sie , also ich, ein Lied davon sin über 20 Jahre TVT-Patienten , also "Post-Thrombotiker" betreuen , könne sie , also ich, ein Lied davon singen, wie langsam , aber sicher Hautveränderungen durch Eisenablagerungen ( Hämosiderrose) entstehen, Ödeme zu schrecklichen Juckreiz werden. Die dann schwachsinnigerweise angewandten "Venensalben" und andere Salben zu Allergien führen, dann ist das " Stauungsekzem" nicht mehr weit.


    Und oft eicht nun ein banaler Stoss -gern am Einkaufswagen, Kinderwagen oder Fahrradpedale...und sie bekommen eine schlecht heilende Wunde...dann durch diese blödsinnigen "Modernen Wundauflagen" erst recht ein "Offenes Bein"....


    Sorry, aber zuhauf habe ich täglich solche Patienten in Bochum und in Berlin.
    Hier im Wundzentrum der AOK in Berlin täglich 5-7 Neue mit immer der gleichen Geschichte.


    Aber leider sind die meisten "Chronischen Wunden" durch wirklich dämliche "Wundversorgung" mit immer anderen Mitteln bedingt.


    Also bitte bei Mehretagen-Thrombosen "vorerst Lebenslang" Kompressionsstrumpf.


    Herzliche Grüsse
    Ihr
    Ullrich Katz

  • Danke Dr. Katz für die Antwort!
    Das Thema mit den Hautveränderungen, die sie beschreiben und wie man damit umgehen sollte interessiert mich sehr.
    Darüber hat noch nie ein Arzt mit mir gesprochen.
    Es wurde immer nur ein Ericepel als mögliche Komplikation genannt. Das hatte ich Gott sei Dank bisher nicht. Aber im Laufe der Autoimmunhepatitis schwere Ausschläge auch am betroffenen Bein.
    Unter den diversen Medikamenten, auch jetzt juckende Stellen, dann aus der Tiefe heraus Einblutungen.
    Bläschenausschlag am Halterand.
    Aber Alles wurde als harmlos bewertet.
    Wenn, dann bekam ich Cortisonsalben.


    Also, lebenslang Bestrumpfung! Puuuh! Verstanden!
    Aber auch unbedingt KKl. 3 am Thrombosebein.
    Oder könnte man KKl. 2 versuchen und Bermuda und gesundes Bein KKl. 1


    Hat sonst jemand Erfahrungen gesammelt?


    LG
    FOXY

  • Danke für die Antwort, Steffel.
    War jetzt zur Nachkontrolle in der hier in Osnabrück neu eingerichteten Lymphsprechstunde im MHO.
    Es gab keine neuen Auffälligkeiten, aber trotzdem heißt die weitere Empfehlung.
    Bestrumpfung, wie gehabt.
    Der Doc hatte nur ein mildes Grinsen zu dem Vorschlag des Schmerztherapeuten.
    Ach, ja!


    Foxy

  • Hallo prima-lisa!
    Die Sprechstunde findet erstmal nur 1x monatlich statt. Soll ausgeweitet werden.
    Kontakt über die Sekretärin von Prof. Heckenkamp, Gefäßchirurgie am Marienhospital, Osnabrück.
    Dort wird auch eine Intensiventstauung, stationär angeboten.
    Kommst du aus der Nähe?
    LG
    Foxy